Nie wieder Müll oder Zero Waste - Ein Denkanstoß

May 30, 2017

 

Photo credits: Lauren Singers Akt (http://www.trashisfortossers.com/p/the-simply-co.html)

 

 

Seit einiger Zeit gibt es bei Rewe keine Plastiktüten mehr. Der Grund liegt schon fast auf der Hand: Pro Jahr verkauft die Supermarktkette 140 Millionen Einkaufstüten. Das ist eine Menge Plastik. Von einer Supermarktkette unter vielen. 

 

Die Alternative sind Stofftragetaschen und Papiertüten. Papier ist besser als Plastik, ja. Aber auch 140 Millionen Papiertüten sind am Ende des Tages Müll. 

 

Wer anfängt, über den Verbrauch von Plastik nachzudenken, merkt ziemlich schnell, dass es riesige Mengen sind, die wir täglich an Plastikmüll produzieren. Es fängt bei der Verpackung von Tee, Keksen oder Müsli an. Doch da hört es leider nicht auf. Textillabels, Produktsticker auf Obst und Gemüse. Die Liste lässt sich endlos fortführen. Häufig ist auch in Papierverpackungen Plastik enthalten. Die erste Schicht besteht zumeist zwar aus Papier. Die Zweite, in der das Produkt zusätzlich geschützt wird, ist häufig aus Plastik.

 

Viele Deutsche sind inzwischen mit ihrem Rucksack oder Jutebeutel unterwegs. Dennoch, der Verbrauch an Plastik ist immer noch immens. Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum ist zwar in vielen Köpfen angekommen, es im Alltag wirklich konsequent umzusetzen und zu leben, daran scheitern viele. Kein Plastikmüll zu produzieren ist harte Arbeit! Und am Ende des Tages ist der Mensch häufig leider doch noch zu bequem. Nicht alle Menschen, aber viele verdrängen die Tatsache, dass wir irgendwann an unserem eigenen Müll ersticken werden. Noch ist er ja auch sicher irgendwo in Afrika verbuddelt, wo wir in nicht sehen können. Aber auch Deutschland hat ein immer größer werdendes Müllproblem.

 

Eine Umweltwissenschaftlerin aus den USA, hat vor vier Jahren beschlossen, gar keinen  Müll mehr zu produzieren.

ZERO WASTE heißt die Bewegung der sie sich angeschlossen hat. Inspiriert wurde sie vor allem von einer Kommilitonin, die täglich ihr Mittagessen in mehrfacher Plastikverpackung transportierte. Nach einem Moment der Selbstreflexion, stellte Lauren Singer fest: Ich produziere selber unglaubliche Mengen an Müll. 

 

 

Auf ihrem Blog „Trash is for Tossers“, was so viel wie „Müll ist für Vollidioten“ bedeutet, berichtet die in New York lebende Umweltwissenschaftlerin täglich, wie ihr Leben ohne Müll funktioniert. In diesem Video zeigt sie, was sie an Müll in den letzten vier Jahren produziert hat. Das Video zeigt, dass es durchaus möglich ist, wenig bis kaum Müll zu produzieren. Eine Inspiration für viele andere ihr auf dem Weg zu Zero Waste zu folgen. 

 

Lauren produziert ihr eigenes Waschmittel, recycled selbst und kompostiert. In vier Jahren produzierte sie nur ein Einmachglas Müll. Zum Einkaufen verwendet sie nur wiederverwendbare Behältnisse. Müll  bedeutet für Lauren auch, dass sie keine Schuhe und keine Kleidung mehr wegwirft. So zeigt sie, wie ihr Schuhmacher, ihre im Secondhand erworbenen Schuhe wieder wie neu aussehen lässt. Lauren möchte zeigen, dass auch Dinge die so wirken als wären sie nicht mehr verwendbar, reparabel sind.

 

„Trash is for Tossers“ zeigt, dass nachhaltiges Leben auf alle Lebensbereiche geht. Es fängt beim To-Go Becher an, geht über die AsiaBox, die Behältnisse in denen unsere Supermarkteinkäufe verpackt sind und die Kleidung die wir häufig nach kurzer Zeit wieder los werden wollen.

 

Lauren Singers Akt ist radikal, aber sie zeigt, dass es möglich ist, keinen Müll zu produzieren und unsere Umwelt zu schonen. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass gerade wieder einmal Müll produziert wurde, ist ein Anfang. Wenn das Bewusstsein vorhanden ist, ist es meist nur noch eine Frage der Zeit, dass gehandelt wird.

 

Ich werde den Monat Juni ein persönliches Experiment starten und Lauren und der Zero Waste Bewegung folgen. Einen Monat keinen Müll zu produzieren ist das Ziel! Ich werde euch auf dem Laufenden halten und wer weiß, vielleicht schließt sich der ein oder andere von euch jetzt an. Ein Tag, eine Woche, einen Monat. Ein kleiner Schritt in Richtung Zero Waste ist ein großer für Mensch und Natur.

Please reload