Interview mit Designerin Stefanie Wyen

May 4, 2016

 

© Lennard Rühle

 

Wie kommst du zu Modedesign? 

 

Stefanie: Ich hatte schon als Kind Interesse an Mode, vor allem am Styling. Meine Mutter ist in der Modebranche und das hat schon frühes Interesse in mir geweckt. Nach dem Abi wurde mir schnell klar, es muss etwas Praktisches sein. Dann habe ich ein Praktikum im Theater in Baden-Baden gemacht und eine Mappe angefertigt. Während meines Studiums an der HfG in Pforzheim habe ich gemerkt, dass ich gerne Sportkleidung designen würde, da mir das Funktionelle am Herzen liegt. In Frankfurt habe ich dann für größere Ski- und Snowboardfirmen wie Spyder gearbeitet. Dann habe ich in der Schweiz für "Eleven", auch eine Firma für Ski-und Snowboarkleidung, gearbeitet. Irgendwann entschied ich mich wieder zurück nach Freiburg zu gehen und habe mit Yoga angefangen. Dabei bemerkte ich, dass ich Lust hätte praktische und schöne Yogakleidung zu designen. 

 

 

Du schaffst Beruf und Kind gleichzeitig unter einen Hut zu bringen, was ist dein Rezept dafür?

 

Stefanie: Dadurch dass ich eine emanzipierte Beziehung mit meinem Mann habe, ist es mir möglich alles auch beruflich hinzubekommen. Wir sind beide selbständig und das ermöglicht uns, unsere Arbeitszeiten flexibel einzuteilen. Ich finde, Männer und Frauen können beide gleich viel arbeiten. So wie eine Frau Teilzeit arbeiten kann, sollte auch ein Mann Teilzeit arbeiten können. So können wir abwechselnd für unsere Kinder da sein. Dadurch kann ich auch mal zu einem Shooting nach Berlin fahren oder zu unserer Produktionsstätte in Ägypten. 

 

 

Was unterscheidet YOIQI Yogawear von anderer Yogakleidung? 

 

Stefanie: Yoiqi Yogawear hebt sich visuell von anderen ab. Ich wollte auf den östlichen Einfluss verzichten und unseren westlichen Stil mit einbringen. Ebenso war mir wichtig, dass die Kleidung auch auf der Straße funktioniert und nicht nur im Yogaraum. Man soll sich mit der Yogakleidung gut angezogen fühlen. Ein weiterer Punkt war für mich, dass ökologische und fair produzierte Kleidung auch gut aussehen kann. Öko bedeutet auch Tragbarkeit. Ich wollte zeigen, dass fair und ökologisch etwas anderes sein kann, als das was wir damit verbinden. 

 

 

YOIQI produziert vor allem Yogajumpsuits. Wie kamst du zu dieser Idee? 

 

Beim Yoga viel mir häufig auf, dass mich das Rutschen der einzelnen Yogakleidungsstücke störte. Um dies zu vermeiden, kam ich auf die Idee, dass Jumpsuits praktisch sein könnten und man somit beim Yoga auch entspannter ist. 

 

 

Warum SEKEM als Partner?

 

Mein Geschäftspartner Alex ist ein langjähriger Ägyptenreisender. Während seiner Reisen merkte Alex, dass in Ägypten viele Stoffe produziert werden und dass er gerne etwas mit Kleidern und Stoffen machen würde. Dabei entdeckte er SEKEM. SEKEM arbeitet fair und biologisch. In Ägypten wird viel Baumwolle angepflanzt. Auf diese Weise ist es auch möglich, dass alles an einem Fleck produziert wird. Als wir das erste mal die Produktionsstätte gemeinsam besucht haben, fiel das Unternehmen durch seine Offenheit auf. Große Unternehmen wie Alnatura und Manufactum arbeiten mit SEKEM zusammen. Das hat uns ebenso Vertrauen gegeben. Was SEKEM besonders macht, ist das sie nicht nur faire und ökologische Kleidung produzieren, sondern sich auch anders sozial engagieren. Sie haben eine eigene Schule, ein Krankenhaus und eine Moschee auf dem Gelände. Die Schule ist sogar eine Waldorfschule, das zeigt auch, dass das Unternehmen offen für Kultur und Religion ist. Eine Behinderteneinrichtung hat SEKEM ebenso gegründet. Gerade haben sie in der Nähe zu Kairo eine Universität gebaut. Das Unternehmen zeigt auch, dass es transparent sein möchte. Fotos in der Produktionsstätte stellen für sie kein Problem dar. 

 

Stefanie Wyen ist eine Designerin aus Freiburg und verantwortlich für das Design von YOIQI Yoga & Leisure Wear.

Schlagwörter: Logo, Yoga, Mode

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